Nicht genug Arbeitsspeicher, verflixt. Warum das? Und wie kann ich das ändern?
Hier möchte ich euch ein wenig Hintergrundinfos und Lösungsmöglichkeiten geben.
Also los gehts:

Ein 32bit Betriebssystem kann rein rechnerisch eben nur maximal 2^32 Bytes (4GB) Arbeitsspeicher verwalten.
Was wir aber effektiv in einer Anwedung maximal nutzen können, hängt natürlich davon ab, wieviel Arbeitsspeicher das Betriebssystem, andere im Hintergrund laufende Dienste und auch die Grafikkarte bereits an Ram verwenden, selbst wenn ansonsten keine anderen Anwendungen gestartet sind.
Das kann vergleichsweise wenig (z.B. 300MB) sein, kann aber auch durchaus sehr viel (z.B. 1GB) sein. Warum das so ist, erkläre ich gleich. Wichtig ist, dass wir verstehen, dass zu keinem Zeitpunkt mehr als 4GB insgesamt adressiert werden können. Auch dann nicht, wenn z.B. neben einer Software wie Maxon Cinema 4D auch noch Photoshop und vielleicht ein Browser läuft. Alle laufenden Programme und Dienste müssen mit den 4GB klarkommen. Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum man sich in einer 32bit Umgebung bei Anwendungen mit maximal 2GB begnügen muss. Mehr könnte den Rechner ruckzuck an die Grenzen bringen und dann unweigerlich zu einem Crash führen.

Warum kann ein Rechner schon bis zu 1GB an Ram "verbrauchen", ohne dass irgendeine Anwendung läuft?
Ganz einfach. Auch das RAM der Grafikkarte muss ein adressierbarer Bereich des Arbeitsspeichers sein. Und genau deshalb reserviert dein Betriebssystem grundsätzlich schonmal den Gegenwert deines Grafikspeichers im Arbeitsspeicher.
Bei einer 64MB Grafikkarte eben "nur" etwas mehr als 64MB, aber bei einer 640MB Grafikkarte eben auch etwas mehr als 640MB. Du kannst das übrigens auch selbst überprüfen, indem du mal die "Systeminformationen" startest und dort unter Hardwareressourcen den Speicher anklickst. Dort siehst du dann eine Reihe von Speicherbereichen, die für deine Grafikkarte reserviert sind.
Hier auch gleich mal ein Beispiel als Screenshot:
Name:  grafikspeicher.gif
Hits: 3069
Größe:  26,4 KB

Was sind das für Speicherbereiche?
64KB sind reserviert als Überbleibsel aus alten CGA Tagen.
256MB sind reserviert, weil die Grafikkarte genau so viel Grafikspeicher hat.
32MB (2 x 16MB) sind reserviert für die sogenannte AGP-Aperture des AGP Busses.

Wir kommen also in diesem Fall immerhin schon auf rund 288MB Arbeitsspeicher, die nicht mehr von anderen Anwendungen verwendet werden können. Bei größeren Grafikkarten kann das folgerichtig noch deutlich mehr werden.

So, nachdem ich nun das Grundproblem ein wenig erklärt habe, schauen wir mal, wie man dieses Problem denn nun lösen könnte. Die Antwort ist erstmal ganz einfach. Nur mit einem 64bit Betriebssystem.

64bit Betriebssystem (hier Windows XP 64bit oder Vista 64bit)
Haben wir ein solches Betriebssystem inkl. der entsprechenden Hardware, dann eröffnet sich ein gigantischer Speicheradressraum von theoretischen 2^64 Bytes (16 Exabyte oder rund 16 Mio. Gigabyte). Natürlich ist das eine mehr als theoretische Zahl. Effektiv kommt man je nach Hardware auf irgendwas zwischen 64GB und 256 Terabyte. Jedenfalls vorläufig genug für unsere Anwendungen und häufig mehr als unser Sparschwein hergeben würde.

Bleiben wir mal in der Praxis und denken über ein 64bit Betriebssystem und 8GB Ram nach.
Leider kann nun nur spezielle 64bit Software auch so viel Speicher nutzen. Aber die meiste Software auf unseren Rechnern beschränkt sich noch auf 32bit. Man kann diese 32bit Software problemlos auch auf 64bit Plattform laufen lassen, dank einer Technik mit Namen WOW64, die eine 32bit Umgebung auf einem 64bit Rechner emuliert.

Wunder oh Wunder
Und genau an dieser Stelle kommt die faustdicke Überraschung. Wenn wir 8GB in unserem Rechner stecken haben, dann können wir in 32bit Anwendungen satte 4GB Arbeitsspeicher nutzen, da das WOW64 Subsystem der Anwendung den vollen 32bit Adressraum bereitstellt.

Fazit:
Ein 64bit Betriebssystem kann sich auch für diejenigen lohnen, die zwar "nur" 32bit Software nutzen, aber trotzdem mehr Ram brauchen. Klassisches Beispiel hier hierfür ist z.B. Adobe After Effects oder aber auch andere speicherhungrige Anwendungen aus dem Video-, 3D- oder auch Bildbearbeitungsbereich.